Giuseppe Verdi
Giuseppe Verdi wurde am 10. Oktober 1813 in Le Roncole bei Busseto/Herzogtum Parma geboren. Früh schon wurde das musikalische Talent des Jungen erkannt und gefördert von Antonio Barezzi, einem reichen Kaufmann aus seinem Dorf, dessen Tochter Margherita später Verdis Frau werden sollte. Bereits seine erste Oper Oberto konnte Verdi 1839 an der berühmten Mailänder Scala zur Uraufführung bringen – ein Überraschungserfolg, der ihm gleich einen weiteren Kompositionsauftrag einbrachte. Da aber war sein Leben bereits von einer familiären Tragödie überschattet: Kurz zuvor war sein kleiner Sohn gestorben, bereits ein Jahr früher seine Tochter, und mitten in den Kompositionsarbeiten zu Un giorno di regno starb nun auch noch seine junge Frau Margherita. Das dreifache Unglück stürzte Verdi in eine tiefe Krise, so dass er nach der Vollendung der Oper, die auch noch ein Misserfolg wurde, das Komponieren für immer aufgeben wollte. Es war Bartolomeo Merelli, Intendant der Mailänder Scala, der ihn mit einem Operntext umstimmen konnte: Die Worte «Va, pensiero, sull’ali dorate» (Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen) wurden zur Keimzelle des Gefangenenchors der Oper Nabucco, mit der Verdi 1842 der endgültige Durchbruch als Komponist gelang.
In der Folge erhielt er Kompositionsaufträge aus wichtigen Opernmetropolen wie Neapel, Venedig, Florenz, Triest, Rom, London. Insgesamt zwölf Opern plus Bearbeitungen entstanden in den neun Jahren bis 1851 – eine Zeit, die er selbst später als seine Galeerenjahre (anni di galera) bezeichnete. Doch seine Opern machten ihn berühmt und wohlhabend, so dass er in der alten Heimat das Gut Sant’Agata kaufen konnte, das er mit seiner späteren zweiten Frau, der Sängerin Giuseppina Strepponi, bewohnte. Inzwischen war seine Popularität so immens, dass sein Name sogar zur heimlichen Chiffre der italienischen Erhebung gegen die österreichische Fremdherrschaft wurde – Viva VERDI stand gleichsam auch für Viva Vittorio Emanuele Re d’Italia, ein Hoch also auf jenen Fürsten, den man als König an der Spitze eines geeinten Italien zu sehen hoffte. Verdi selbst war ein glühender Verfechter dieses sogenannten Risorgimento (Wiedererhebung) und griff seinerseits bei der Wahl seiner Operntexte nach Nabucco immer wieder auf Stoffe zurück, in denen sich ein unterdrücktes Volk gegen Tyrannei auflehnt.
Den endgültigen Durchbruch zum bedeutendsten Komponisten Italiens erreichte Giuseppe Verdi jedoch mit drei Opern, in denen nicht die Volksmenge, sondern Einzelgänger mit einem besonderen Schicksal im Mittelpunkt stehen. Mit den Meisterwerken Rigoletto (1851), Il Trovatore und La Traviata (beide 1853) schuf er in kurzer Zeit drei Opern, die in der ewigen Bestenliste wie auch auf den Spielplänen der internationalen Bühnen bis heute ihre festen Plätze haben.




